Konzept:
Frogotten Delights (Wortspiel mit Frog) untersucht, wie Körper geformt, vereinnahmt und von Fremdeinflüssen durchdrungen werden.
Ich arbeite mit Polyurethan und Epoxid – Materialien, die in der Kunstwelt oft als zu verspielt, synthetisch oder dekorativ abgetan werden. Gerade deshalb nutze ich sie: Sie stehen für das Abgewertete, Kindliche, Kitschige – und mache sie zum Instrument gegen Geschmack, Ordnung und Kontrolle.
Die Serie verbindet Körperpolitik mit Elementen des Bodyhorror und steht in der Tradition feministischer Körperkunst, indem sie Macht über Körper als ästhetisches wie politisches Feld untersucht.
Was harmlos wirkt, kippt ins Beunruhigende, was gefällig scheint, enttarnt Übergriffigkeit.
In meinen Arbeiten tauchen auch Märchenmotive auf: Frösche, Pilze, verführerische Naturformen. Ich nehme diese scheinbar vertrauten Erzählungen und lasse sie entgleiten – ins Giftige, Anmassende, Monströse. So wird die Erzählung nicht zur Nostalgie, sondern zum Experimentierfeld für Dominanz, Begehren und Bedrohung.
Ich steuere die Lautstärke bewusst: von grell-sinnlich bis zurückhaltend-bedrohlich – um Erwartungen zu unterlaufen und Wahrnehmung zu verschieben. Diese Bandbreite gehört zu meiner Haltung: Material und Form sind nicht auf eine Ästhetik festgelegt, sondern je nach Werk zum Aufschrei oder Flüstern fähig.
Netze, Tentakel, Wucherungen wachsen über Oberflächen, dringen ein und umschließen. Es sind keine „natürlichen“ Körper, sondern Schauplätze von Macht und Projektion. Die Skulpturen geben sich zugänglich – und entlarven sich als Fallen.
So werden unterschätzte Materialien zu Trägern des Widerstands.
Begleittext „ Wie Identität ihr Ende schmückt “
Was glänzt, ist nicht harmlos.
Ein metallisches Netz liegt auf pastellfarbenen Oberflächen – schützend? formend? zwingend?
Darunter regt sich Widerstand: Tentakel in fleischigem Rosa winden sich um das Gitter, drücken zurück.
Was sich durch das Gitter presst, ist ein stiller Kampf unter der Haut.
Ein Aufbegehren gegen das, was formt.
Die Skulptur erinnert an Haut, an Körper.
Im Innern: eine Leere – ausgehöhlt, bereit zur Projektion.
Vielleicht handelt es sich hier nicht um einen Verfall, sondern um eine Transformation.
Wann wird Berührung zur
Fremdbestimmung?
Wem dient die Form? Und wer
entscheidet das?
Diese Skulptur antwortet nicht.
Sie richtet den Blick auf das,
was gern übersehen wird.