Michèle Friedli ist eine interdisziplinäre Künstlerin mit Sitz in der Schweiz. Ihre Skulpturen entstehen aus Polyurethan, Fimo und Epoxidharz – Werkstoffe, die im Kunstkontext noch immer unterschätzt werden – als zu verspielt, künstlich oder dekorativ abgewertet, gelten sie oft als...
Read More
Michèle Friedli ist eine interdisziplinäre Künstlerin mit Sitz in der Schweiz.
Ihre Skulpturen entstehen aus Polyurethan, Fimo und Epoxidharz – Werkstoffe, die im Kunstkontext noch immer unterschätzt werden – als zu verspielt, künstlich oder dekorativ abgewertet, gelten sie oft als unernst.
Genau dort setzt ihre Arbeit an.
Ihre Werke sind toxisch-schöne Hybride zwischen Märchenmutation, Körperlandschaft und subversivem Kitsch.
Bevor sie sich der Skulptur zuwandte, war sie als Spoken-Word-Poetin im deutschsprachigen Raum und in Radio- und TV-Formaten unterwegs.
Auf der Bühne entwickelte sie ein Gespür für Wirkung, Sprache – und dafür, in welchem Ausmaß Worte in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingreifen können.
Bücher und Essays wie „Why have there been no great women artists“ haben ihren Blick für feministische Anliegen geschärft – ein Blick, der heute ihre Arbeit prägt.
Ihre Werke verhandeln Sichtbarkeit, Kontrolle und Zuschreibungen von Weiblichkeit – sowohl in der Wahl der Formen als auch im Material.
Mit ihrer Erstausbildung als Chemielaborantin bringt sie ein fundiertes Wissen und intuitives Gespür für Materialität, Reaktionsweisen und Übergänge mit.
Ihre Neugier gilt nicht nur dem Ästhetischen, sondern auch den chemischen und symbolisch-sozialen Eigenschaften des Materials.
Polyurethan ist für sie lebendig, wandelbar und missverstanden.
Denn wer sich wirklich darauf einlässt, bleibt hängen – im besten Fall.